Herz

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Das Herz ist das zentrale Organ des Blutkreislaufs. Es fungiert als Druck- und Saugpumpe, die das Blut durch den Körper befördert.[1]

Anatomie und Funktion

Lage des Herzens
Aufbau des Herzens

Das Herz liegt hinter dem Brustbein in Höhe der zweiten bis fünften Rippe. Seine Größe entspricht ungefähr der der Faust des betreffenden Menschen. Es wiegt beim Mann um die 300 Gramm, bei der Frau um die 250 Gramm.[2]

Das Herz ist vom Herzbeutel (Perikard) umgeben. Innerhalb des Perikards liegt das Epikard; ein mit Flüssigkeit gefüllter Spaltraum trennt Perikard und Epikard voneinander. Unter dem Epikard liegt eine Fettschicht, in der die Herzkranzgefäße verlaufen. Unter dieser Schicht befindet sich die Herzmuskulatur (Myokard),[2] die den Hauptanteil der Herzmasse ausmacht.[1] Auf der Innenseite ist die Herzmuskulatur vom Endokard überzogen.[2]

Großer und kleiner Kreislauf

Das Herz besteht aus einer linken und rechten Herzhälfte, die durch die Herzscheidewand (Septum) voneinander getrennt sind. Jede Hälfte besteht aus einem Vorhof (Atrium) und einer Kammer (Ventrikel, lat. Ventriculus cordis). Sinn der Trennung in eine linke und rechte Hälfte ist es, dass dadurch zwei Blutkreisläufe ermöglicht werden: der Lungenkreislauf und der Körperkreislauf. Im Lungenkreislauf (auch kleiner Kreislauf genannt) fließt das Blut vom rechten Vorhof in die rechte Kammer, weiter über die beiden Lungenarterien in die Lunge und von dort über die vier Lungenvenen in den linken Vorhof des Herzens. Hier beginnt der Körperkreislauf (großer Kreislauf): Vom linken Vorhof aus wird das Blut in die linke Kammer und von da in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt. Diese versorgt den ganzen Körper außer der Lunge. Über die obere und die untere Hohlvene (Vena cava superior und inferior) gelangt das Blut in den rechten Vorhof, wo wieder der Lungenkreislauf beginnt.[2]

Zwischen Vorhof und Kammer sowie zwischen Kammer und Arterien (wegführenden Blutgefäßen) befinden sich die Herzklappen. Sie wirken wie Rückschlagventile und verhindern den Rückfluss des Blutes. Die Herzklappen bestehen aus Endokard, also aus dem gleichen Gewebe, das auch den Herzinnenraum auskleidet.[2]

Am Anfang der Aorta zweigen die beiden Herzkranzarterien (Koronararterien) ab. Sie versorgen den Herzmuskel mit Blut. Die drei Herzkranzvenen (Koronarvenen) führen das sauerstoffarme Blut vom Muskel in den rechten Vorhof. Die Koronararterien und -venen bilden zusammen die Herzkranzgefäße (Koronargefäße).[2]

Das Herz schlägt autonom, d.h. ohne dass es dazu eines Impulses vom Gehirn bedürfte. Die Kontraktion des Herzens wird von besonderen Herzmuskelzellen, den Schrittmacherzellen, ausgelöst. Elektrische Signale dieser Zellen breiten sich zuerst über beide Vorhöfe aus, erreichen dann den sog. AV-Knoten und schließlich die Kammern. Dies geschieht rhythmisch, wodurch die kontinuierliche Pumparbeit des Herzens zustande kommt. Durch die Einwirkung von Nervenfasern des Sympathikus und Parasympathikus erhöht bzw. verringert sich die Herzfrequenz und damit die Herzleistung.[2] Dies ist bei körperlicher Anstrengung der Fall,[2] die Herzfrequenz hängt aber auch von der Aktivität der periinsulären Relais („Zügel des Herzens“[3]) ab.

Das Herz entsteht in der Embryonalentwicklung aus dem Keimblatt Mesoderm.[4] Es ist aus allen vier Gewebsarten zusammengesetzt:

Gewebe Gewebsart
Vorhofmuskulatur Entoderm[5]
Herzbeutel Alt-Mesoderm[6]
Kammermuskulatur Neu-Mesoderm
Herzklappen Neu-Mesoderm[7]
Intima der Herzkranzvenen Ektoderm[8]
Intima der Herzkranzarterien Ektoderm[8]

Siehe auch

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 DocCheck: Herz. Am 22.8.2020 abgerufen.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Wikipedia: Herz. Am 22.8.2020 abgerufen.
  3. 5BN.de: 2. biologisches Naturgesetz. Am 22.8.2020 abgerufen.
  4. Medlexi: Organogenese. Am 22.8.2020 abgerufen.
  5. 5BN.de: Regelwerk Entoderm. Am 22.8.2020 abgerufen.
  6. 5BN.de: Regelwerk Alt-Mesoderm. Am 22.8.2020 abgerufen.
  7. Björn Eybl: Die seelischen Ursachen der Krankheiten. Ibera, Wien, 3. Auflage 2011, ISBN 978-3-85-052299-1, S. 117.
  8. 8,0 8,1 5BN.de: 3. biologisches Naturgesetz. Am 22.8.2020 abgerufen.