Zunge



Neu-Mesoderm
Ektoderm
Die Zunge (lat. Lingua) ist ein länglicher Muskelkörper, der auf dem Boden der Mundhöhle liegt und diese bei geschlossenen Kiefern fast ganz ausfüllt. Sie ist mit einer sehr dicken Schleimhaut, einer Fortsetzung der dünnen Mundschleimhaut, überzogen.[1]
Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die menschliche Zunge gliedert sich in die freibewegliche Zungenspitze (Apex linguae), den Zungenkörper (Corpus linguae) und die Zungenwurzel (Zungengrund, Radix linguae), die das hintere Drittel der Zunge bildet.[1]
Die Oberseite der Zunge (Zungenrücken, Dorsum linguae) ist etwas gewölbt, liegt ganz frei und zeigt hinten eine dreieckige Vertiefung, das blinde Loch (Foramen caecum), in das sich mehrere Schleimdrüsen entleeren und das ein Relikt des Schilddrüsenganges ist. Von dieser Vertiefung aus erstreckt sich V-förmig nach vorn eine Furche, der Sulcus terminalis, der den Zungenkörper vom Zungengrund trennt.[1]
Die Unterseite der Zunge ist mit ihrem mittleren Teil an den Boden der Mundhöhle angewachsen und vorn durch eine Falte der Mundschleimhaut, das Zungenbändchen (Frenulum linguae), so angeheftet, dass nur die Zungenspitze und die Seitenränder frei beweglich sind. Der Zungengrund, der dickste Teil der Zunge, ist am Zungenbein befestigt.[1]
Der Zungenrücken besitzt zahlreiche Papillen (Zungenwärzchen), kleine Erhebungen auf der Zungenschleimhaut. Zum einen gibt es mechanische Papillen,[1] die eine unterstützende mechanische Funktion beim Nahrungstransport haben,[2] zum anderen die Geschmackspapillen mit den Geschmacksknospen, den Sinnesorganen für die Geschmackswahrnehmung.[1] Am Rand der Zunge ist die Geschmackswahrnehmung besonders ausgeprägt. Die Zungenspitze nimmt die Geschmacksqualität süß besonders stark wahr, dahinter schließt sich ein Bereich mit Schwerpunkt auf salzig an, gefolgt von sauer, abermals salzig und schließlich am Zungengrund bitter. Daneben gibt es die Geschmacksqualität umami (fleischig-herzhaft).[1]
In den vorderen zwei Dritteln besitzt die Zunge Nervenendungen des Trigeminus, die auf Berührung, Schmerz und Temperatur reagieren[3] und die die Wahrnehmung scharfen Essens sowie alkoholbedingtes Wärmegefühl und mentholverursachte Kühleempfindung vermitteln.[4]
Die Muskulatur der Zunge ist quergestreift und zählt zur Skelettmuskulatur.[5] Im Bereich der Zungenspitze liegt unter der Schleimhaut eine kleine Speicheldrüse, im hinteren Zungenbereich befinden sich weitere.[1]
Die Zunge enthält Anteile aller drei Keimblätter. Die Muskulatur macht den Großteil der Zunge aus und entstammt dem Keimblatt Mesoderm. Das Epithel des Zungengrundes entsteht aus dem Keimblatt Entoderm, das des Zungenkörpers aus dem Keimblatt Ektoderm.[6]
Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Zunge ermöglicht das Schmecken und schiebt beim Kauen in Zusammenarbeit mit den Wangen die Nahrung immer wieder zwischen die Zähne, sodass sie gut durchgekaut und durchspeichelt werden kann. Beim Schlucken schiebt sie die Speise vom Mund in den Rachen.
Beim Sprechen, aber auch beim Pfeifen ist sie unverzichtbar. Daneben reinigt sie den Mund, die Lippen und die Innenseiten der Zähne.[1]
Sonderprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Es sind drei die Zunge betreffende Sinnvolle Biologische Sonderprogramme bekannt:
- das SBS der Muskelsubstanz ,[7]
- das SBS der Mundschleimhaut [8] und
- das SBS des Trigeminus [9] in den vorderen zwei Dritteln der Zunge.
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Wikipedia: Zunge. Am 26.9.2026 abgerufen.
- ↑ Flexikon: Papillae mechanicae. Am 26.9.2026 abgerufen.
- ↑ Wikipedia: Trigeminale Wahrnehmung. Am 26.9.2026 abgerufen.
- ↑ Flexikon: Geschmackssinn. Am 26.9.2026 abgerufen.
- ↑ Wikipedia: Skelettmuskel. Am 26.9.2026 abgerufen.
- ↑ Amboss: Zunge. Am 26.9.2026 abgerufen.
- ↑ Björn Eybl: Die seelischen Ursachen der Krankheiten. Ibera, Wien, 3. Auflage 2011, ISBN 978-3-85-052299-1, S. 165.
- ↑ Krankheit ist anders: Scharlach. Am 26.9.2026 abgerufen.
- ↑ Monika Anzenberger im Telegram-Kanal 5 biologische Naturgesetze am 26.3.2025 um 22:09 Uhr.