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Mandeln

Aus 5BN-Wiki
(Weitergeleitet von Tonsillen)
Lage der Rachen- Gaumen- und Zungenmandel.
Blick in den Rachen.
1 – Gaumenzäpfchen
2 – vorderer Gaumenbogen
3 – hinterer Gaumenbogen
4 – Gaumenmandel
5 – Zunge
6 – Rachenhinterwand
Die Tubenmandel, grün hervorgehoben.


Gewebsart
Entoderm
Gewebsart
Neu-Mesoderm

Die Mandeln (Tonsillen) sind lymphatische Organe im Mund- und Rachenraum. Der Mensch hat vier Arten von Mandeln:[1]

  • zwei Gaumenmandeln (Tonsilla palatina),
  • die Rachenmandel (Tonsilla pharyngealis),
  • die Zungenmandel (Tonsilla lingualis) und
  • zwei Tubenmandeln (Tonsilla tubaria).

Mit dem Begriff Mandel sind in der Regel die Gaumenmandeln gemeint.[1] Zusammen bilden die Mandeln den sog. Waldeyerschen Rachenring[2] (lymphatischer Rachenring).

Embryologisch entstehen zumindest die Gaumenmandeln aus den Keimblättern Keimblatt Entoderm und Mesoderm.[3][4] In den Mandeln kommen die Gewebsarten Entoderm und Neu-Mesoderm vor.[5]

Lage und Aufbau

Die insgesamt sechs Mandeln befinden sich an folgenden Stellen:

  • Die Gaumenmandeln liegen zwischen dem vorderen und dem hinteren Gaumenbogen[6] und sind bei geöffnetem Mund sichtbar.
  • Die Rachenmandel befindet sich am Rachendach[7] (im Epipharynx).
  • Die Zungenmandel ist in der Mundhöhle am hinteren Zungengrund gelegen.[8]
  • Die Tubenmandeln liegen an der Mündung der Ohrtrompete (Eustachische Röhre) in der Seitenwand des Nasenrachenraums.[9] Sie gehören zu den Seitensträngeen.[10]

Mandeln sind bindegewebig abgegrenzte Ansammlungen von Lymphknötchen (Lymphfollikeln),[1] die unmittelbar unter dem Epithel der Mund- bzw. Rachenschleimhaut liegen und zur Vergrößerung der Oberfläche eine große Anzahl Vertiefungen, sogenannter Krypten, aufweisen.[2] Die Gaumen-, Rachen- und Zungenmandeln besitzen muköse Drüsen, deren Ausführungsgänge in die Krypten münden.[11][12][8]

Die Mandeln erreichen in der Pubertät ihr größtes Volumen und bilden sich danach im Erwachsenenalter langsam zurück.[2]

Sonderprogramme

Die Gaumenmandeln sowie die Rachen- und Zungenmandel haben zwei Anteile, in denen sich Sinnvolle Biologische Sonderprogramme zeigen können: das Drüsengewebe und das Lymphgewebe. [5]

Von den Mandeln zu unterscheiden ist das ektodermale Epithel der Mund- und Rachenschleimhaut, das die Mandeln bedeckt und ein eigenes SBS hat.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Wikipedia: Tonsille. Am 31.5.2026 abgerufen.
  2. 2,0 2,1 2,2 Flexikon: Tonsille. Am 31.5.2026 abgerufen.
  3. Kenhub: Keimblätter. „Das Entoderm ist das innere Keimblatt. Aus ihm entsteht: [...] Parenchym von Tonsillen, ...“ Am 31.5.2026 abgerufen.
  4. Michael Behr, Jochen Fanghänel (Hrsg.): Kraniomandibuläre Dysfunktionen. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart 2019, ISBN 9783132414730, S. 29: „Die zweite Schlundtasche obliteriert teilweise. Das verbleibende Epithel bildet mit dem einwandernden Bereich (aus dem Mesoderm) die Anlage der Tonsilla palatina.“ Die Schlundtaschen entwickeln sich aus dem Keimblatt Entoderm.
  5. 5,0 5,1 Krankheit ist anders: Hals- / Rachenmandeln. Am 31.5.2026 abgerufen.
  6. Wikipedia: Tonsilla palatina. Am 31.5.2026 abgerufen.
  7. Wikipedia: Tonsilla pharyngealis. Am 31.5.2026 abgerufen.
  8. 8,0 8,1 Wikipedia: Tonsilla lingualis. Am 31.5.2026 abgerufen.
  9. Wikipedia: Tonsilla tubaria. Am 31.5.2026 abgerufen.
  10. Flexikon: Seitenstrang (Rachen). Am 31.5.2026 abgerufen.
  11. Kenhub: Tonsilla palatina (Gaumenmandel). Am 31.5.2026 abgerufen.
  12. Flexikon: Tonsilla pharyngea. Am 31.5.2026 abgerufen.