Bauchspeicheldrüse

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Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) ist ein im Oberbauch liegendes Drüsenorgan. Sie bildet Verdauungsenzyme (Pankreassäfte) und leitet sie in den Zwölffingerdarm. Darüber hinaus produziert die Bauchspeicheldrüse Hormone, die sie direkt in das Blut abgibt. Sie ist daher sowohl eine exokrine als auch endokrine Drüse.[1]

Anatomie und Funktion

Lage der Bauchspeicheldrüse (gelb-grün)
Aufbau der Bauchspeicheldrüse mit angrenzenden Organen

Die Bauchspeicheldrüse hat eine längliche Form und liegt quer im Oberbauch hinter dem Magen auf Höhe des ersten bis zweiten Lendenwirbels. Sie liegt dem Zwölffingerdarm an. Die Bauchspeicheldrüse ist 14–20 cm lang, 3–4 cm breit, 1–2 cm dick und wiegt 40–120 g. Man unterscheidet drei Abschnitte des Organs: den Pankreaskopf (Caput pancreatis), den Pankreaskörper (Corpus pancreatis) und den Pankreasschwanz (Cauda pancreatis).[1][2]

Enzymproduzierender Teil

In ihrer Funktion als exokrine Drüse ist die Bauchspeicheldrüse die wichtigste Verdauungsdrüse. Die Bauchspeicheldrüse ist in mehrere Tausend unregelmäßige Läppchen unterteilt. Ein solches Läppchen wiederum besteht aus Drüsenzellen und enthält mehrere Drüsengänge (Azini). Die Drüsengänge vereinen sich zu immer größeren Gängen und werden schließlich zum Hauptausführungsgang (Ductus pancreaticus), der gemeinsam mit dem Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm mündet. Bei manchen Menschen ist ein zweiter Ausführungsgang (Ductus pancreaticus accessorius) vorhanden.[1]

Der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse produziert beim Menschen täglich bis zu zwei Liter Verdauungssekret (Pankreassaft). Das Sekret enthält eiweiß-, fett- und stärkespaltende Enzyme, von denen zum Verhindern der Selbstverdauung ein Teil als inaktive Vorstufe vorliegt und erst im Zwölffingerdarm aktiviert wird.[1]

Die Bauchspeicheldrüsengänge geben Hydrogenkarbonat ab, wodurch der Pankreassaft basisch wird und den durch den Magensaft angesäuerten Darminhalt neutralisiert.[1]

Hormonproduzierender Teil

Der endokrine Teil der Bauchspeicheldrüse besteht aus ca. 1 Million Langerhans-Inseln, die ein bis zwei Prozent der Masse der Bauchspeicheldrüse ausmachen.[1][3] Die Langerhans-Inseln sind Anhäufungen von Zellen, die Hormone produzieren und an das Blut abgeben. Je nach produziertem Hormon unterscheidet man:[1][2]

  • die α-Zellen, die Glukagon produzieren (15–30 % der Inselzellen),
  • die β-Zellen, die Insulin (sowie Amylin) produzieren (etwa 60–80 % der Inselzellen),
  • die δ-Zellen, die Somatostatin produzieren (5–15 % der Inselzellen)
  • die PP-Zellen, die das pankreatische Polypeptid produzieren (weniger als 5 % der Inselzellen) und
  • die ε-Zellen, die Ghrelin produzieren.

Sonderprogramme

In folgenden Teilen der Bauchspeicheldrüse sind Sinnvolle Biologische Sonderprogramme bekannt:[4]

Siehe auch

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Wikipedia: Bauchspeicheldrüse
  2. 2,0 2,1 DocCheck: Bauchspeicheldrüse
  3. Wikipedia: Langerhans-Inseln
  4. Björn Eybl: Die seelischen Ursachen der Krankheiten. Ibera, Wien, 3. Auflage 2011, ISBN 978-3-85-052299-1, S. 215.